Sie sind hier: Tier- und Landschaftsschutz / Amphibienschutz
Dienstag, 2026-09-29

Kontakt

Sie möchten persönlich mehr über den NABU erfahren? Dann rufen Sie an oder mailen Sie uns. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Telefon: 02364-935330

E-Mail: info(at)nabu-halternamsee(dot)de

Warum brauchen wir Amphibienschutzzäune

Es ist ein ungleiches Wettrennen, das Frösche, Kröten und Molche alljährlich im zeitigen Frühjahr gegen Autos aufnehmen. Niemand hat die angefahrenen Tiere gezählt, und auch nicht jene, die platt wie Briefmarken auf dem Asphalt klebten, oder die wie Hackfleisch aussahen.

Der Amphibienschutzzaun an der Sythener Straße kann nicht alle Tiere schützen, und dem Gemetzel an der Holtwicker Straße versuchen Christa Haack und ihre Mitstreiter Abend für Abend Einhalt zu gebieten. Seit kurzem gibt es auch am Stockwieser Damm freiwillige "Übergangshelfer" für Kröten. Für alle Amphibienwanderrouten gilt: Helfer willkommen! Bitte melden Sie sich unter info@nabu-halternamsee.de oder 02364 935330.

An vielen Straßen in Haltern lassen Kröte und Co ihr Leben, weil sie nichts anderes wollten, als ihre Art zu erhalten. Auch die Naturschützer vom NABU kämpfen gegen Windmühlen und schließlich lohnt sich der Einsatz. Allein an der Sythener Straße wurden in den vergangenen Jahren während jeder Wanderzeit Hunderte von Tieren gezählt. Die meisten davon waren Grasfrösche, daneben trugen die Helfer auch Kröten und Molche auf die andere Straßenseite.

Amphibien überlassen zumeist ihren Laich nach der Eiablage sich selbst. Über 3000 davon füllen bereits Ende März das Laichgewässer, um schon bald die jungen Kaulquappen aus der Eihülle zu entlassen. Sie ähneln zunächst noch mehr einem Fisch als einem Frosch.

In der ersten Zeit ernähren sich die Kaulquappen von winzigen Teilchen toter Pflanzen oder Kleinstlebewesen. Nach etwa 9 Wochen haben die Kaulquappen zwar noch den Schwanz, aber mit ihren Schwimmbeinen sind sie nun doch den erwachsenen Fröschen ähnlich, wenngleich viel kleiner. Sie bereiten sich nun auf das Leben an Land vor, Lunge und Verdauungstrakt werden an die neue Umgebung angepasst. Nun beginnen sie auch, Insektenlarven zu fressen. Wer Frösche in seinem Gartenteich hat, braucht sich um Mücken und viele andere lästige Krabbeltiere kaum Sorgen zu machen.

Im Juni, gibt es oft, insbesondere nach einem ausgiebigen Regen das Phänomen des "Froschregens". Die Kaulquappen, nun für das Landleben bestens ausgestattet, haben sich in Frösche verwandelt. Wie auf ein geheimes Zeichen verlassen tausende von winzigen Tieren, nicht größer als ein Fingernagel, die Gewässer - der "Froschregen" ist ein nur wenige Tage dauernes Ereignis. Hüpfend im nassen Gras möchte man meinen die Winzlinge "spritzen" wie Regentropfen. Die jungen Frösche machen sich auf die Suche nach einem Lebensraum, in dem sie erwachsen werden können um eines Tages zu ihrem Laichgewässer zurückzukehren.

Junge Amphibien sind stets in Gefahr gefressen zu werden. Molche, Fische oder Enten, ja selbst erwachsene Frösche, haben Eier und Jungtiere zum Fressen gern. Von den circa 3000 Eiern eines Laichballens erleben vielleicht 500 Tiere den ersten Winter, den sie in kleinen Höhlungen unter Steinen oder Wurzeln in Winterstarre verbringen. Füchse, Krähen, Greifvögel oder Eulen verschmähen auch die ausgewachsenen Amphibien nicht. Wenn die Frösche geschlechtsreif sind, also mit etwa 3 Jahren, leben nur noch 4 oder 5 Tiere aus dem Laichballen.

Der Kreis schließt sich mit einer neuen Frühjahrswanderung zum Laichgewässer. Männchen umklammern Weibchen, lassen sich von ihnen tragen und warten auf die Eiablage um ihren Samen hinzu zu geben.


Text: Carola De Marco, Foto: Jörg Gröger