Ein zarter Falter lässt die Rosskastanie alt aussehen
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Die Rosskastanie - selbst erst 1600 aus dem Balkan bei uns eingeführt - hat Probleme mit einen kleinen Falter. Dieser Falter wurde erstmalig 1983 in Mazedonien bestimmt und zwar am Ohridella See, daher die Namensgebung "Cameraria ohridella". Sein eigentliches Herkunftsland ist allerdings nicht bekannt.
Heute ist dieser Falter europaweit verbreitet und belegt die schönen Fingerblätter der Kastanie mit seinen Eiern; bis zu 30 Stück pro Blatt wurden schon festgestellt. Nach dem Schlüpfen dringen die Larven zwischen die Blatthäute ein und ernähren sich von der inneren Substanz der Blätter. Dabei erzeugen die nur 4mm großen Larven Fressgänge (Minengänge), die deutlich sichtbar werden, wenn man das Blatt gegen das Licht hält.
Übrigens gibt es über 63 Blatt- bzw. Blütenmotten, deren Larven auf verschiedenen Baumarten ihre Miniergänge anlegen. Diese werden jedoch kaum wahrgenommen, weil Fressfeinde wie Raupenfliegen und Schlupfwespen diese kurz halten, so Willi Biesenbaum, der Spezialist für Kleinschmetterlinge vom Schmetterlingsverband NRW mit Sitz im Löbecke Museum in Düsseldorf. Für den Falter "Cameraria ohridella" hingegen sind bisher keine natürlichen Feinde vorhanden.
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Das Einsammeln und Verbrennen der Kastanienblätter ist umstritten, weil es wohl bei dem riesigen Kronenaufbau nicht möglich ist, alle befallenen Blätter zu vernichten. Zumal es von der Rosskastanie riesige Alleen und ausgedehnte Anpflanzungen in Parks und Gärten gibt.
Aus heutiger Sicht ist dieser Baum wegen seiner großen Blatt- und Fruchtmasse, wegen seines gewaltigen Stammumfanges und seiner Astbrüchigkeit als Alleebaum / Straßenbaum nicht geeignet.
(Literatur : Pareys Bäume)
"Der Wirtsbaum" -Zitat der Fachhochschule für Gartenbau Weihenstephan - "wird wohl nicht geschädigt, so die über zwanzig jährig Erfahrung, da nur die Blätter geschädigt werden."
Mithin werden wir uns wohl an den traurigen, düsteren Anblick der Rosskastanien bereits im September gewöhnen müssen, zumal bei vielen Exemplaren zusätzlich ein Blattbräunebefall auftritt.
Trotzdem ist zu hoffen, dass - wie in den vergangenen Jahren - die Rosskastanie im nächstem Frühjahr wieder unser Gemüt mit bezaubernden Blüten und interessanten frisch grünen Blättern erfreuen wird.




