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Dienstag, 2026-09-29

Apfel

Sylvestris, Bild: Herbert Beste
Golden Hornet, Bild: Herbert Beste
Butterball, Bild: Herbert Beste
Kaiser Wilhelm, Bild: Herbert Beste

Die Stammform unserer heutigen Kulturäpfel ist der Holzapfel (Malus silvestris) und andere Wildformen. Der Stamm ist dunkelbraun und die Endzweige weisen häufig Dornen auf. Der Wildapfel wird bis 9 m hoch und trägt rundliche Früchte, die 2-3 cm Durchmesser haben. Diese saftigen aber sauren Früchte waren schon Nahrung der Steinzeitmenschen. Der Wildapfel kommt in Hecken und an Waldrändern vor, ist er aber in unserer ausgeräumten Landschaft selten geworden, weshalb wir Malus silvestris auf unseren betreuten Flächen gepflanzt haben.

Unser heutiger Kulturapfel (Malus domestica )hat Jahrhunderte der Entwicklung hinter sich. Es gibt süße Sorten für den Rohverzehr und säurebetonte zum Kochen, Backen und zur Weinherstellung. Man schätzt, dass es weltweit ca.20 000 Apfelsorten gibt.

Darunter auch Zieräpfel, die zum Teil ihre Vorfahren in Japan oder China haben.
Diese kleinen Bäume passen auch in kleine Gärten sie brillieren durch wundervolle Blüten im April und tausende von Früchten, die noch im Winter den Garten/Park schmücken. Am bekanntesten sind „Golden Hornet“ mit gelben Früchten und „Butterball“ gelb mit orangefarbenen Backen. Beide Sorten wurden in England gezüchtet.

Leider hat die Gesetzgebung der EG und die Massenproduktion auf den Obstplantagen die Vielfalt der altbewährten und robusten Apfelsorten stark eingeschränkt. Viele wohlschmeckende Sorten sind deshalb sehr selten geworden.
Die Pflanzung und Erhaltung alter Obstsorten im Garten und auf Obstwiesen leisten einen wichtigen Beitrag zu deren Erhaltung.

Außer Apfelsorten werden auf solchen Flächen Birnen, Kirschen, Wallnüsse und Pflaumen angepflanzt.

Im Gegensatz zu den empfindlichen Plantagenobst benötigen diese Bäume keine Spritzung mit:

  • Pestiziden
  • Fungiziden
  • und keine Ausbringung von Mineraldünger

Voraussetzung sind:

  • Ein konsequentes Auslichten der Gehölze, um einen tragbaren Astaufbau zu bekommen und um Pilzen – wie z.B. Mehltau – die Grundlage zu nehmen.
  • Förderung der Nützlinge - die da sind: Marienkäfer, Florfliegen, Wespen, Spitzmäuse und verschiedenen Vogelarten, durch das Anbringen von Nisthilfen.

So stellen wir das Gleichgewicht der Natur her und werden durch gesundes Obst belohnt.

Strauchgehölze und Bäume, überwiegend heimischer Natur, säumen diese Obstwiesen.

In Herten wurden in den Hecken und Gehölzgruppen folgende Sorten gepflanzt:

Himbeere, Faulbaum, Haselnuss, Wasserschneeball, Wolliger Schneeball, Roter Hartriegel, Heckenkirsche, Wildrose, Berberritze, Weißdorn, Salweide, Liguster, Pfaffenhütchen, Efeu.

Wildgehölze für Mensch und Natur:

Holunder, Brombeere, Himbeere, Haselnuss, Kornelkirsche. Deutsche Mispel, Quitte, Speierling.

Bäume als Überhälter:

Eberesche, Feldahorn, Vogelkirsche, Traubenkirsche, Silberweide, Wildapfel, Wildbirne, Silberweide, Birke, Schwarzpappel, Silberpappel, Zitterpappel, Stieleiche, Esche, Weißbuche, Bergahorn

Übrigens auf einer Streuobstwiese können etwa 3000 Tier- und Pflanzenarten leben beziehungsweise als Nahrungsgast vorkommen ( Simon 1992 ).

Beispiele:

Steinkauz, Turmfalke, Hase, Hohltaube, Zwergmaus, Grasfrosch, Erdkröte, Schwertschrecke Schmetterlinge, Laufkäfer, Wespenspinne.