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Mittwoch, 2026-09-30

Seine Majestät Herr Ginkgo zeigt sich von der besten Seite

Ginkgo, Bild: Herbert Beste
Ginkgo, Bild: Herbert Beste
Ginkgo, Bild: Herbert Beste

Er hat eine schlanke, beziehungsweise eine kegelförmige Gestalt.
Er befindet sich seit etwa 100 Jahren im hinterem Bereich der Orangerie.
Seine Frau wie sollte es auch anders sein, hat eine ausladende Form und verweilt seit einigen Jahrzehnten im Rosengarten. Wie der aufmerksame Leser gemerkt hat, handelt es sich um besonders exotische Baumgestalten. Wie bereits angedeutet gibt es männliche und weibliche Exemplare vom Ginkgo biloba so sein Wissenschaftlicher Name. Zur Zeit ist der Baum an der Orangerie mit einige Millionen Blütenkätzchen überseht, die nach wenigen Tagen dann den Erdboden übersehen. Die weiblichen Blüten dagegen sind sehr unscheinbar.

Der Ginkgo biloba gilt als lebendes Fossil, denn seine Urform gab es schon vor 300 Million Jahren. Seine heutige Heimat ist China von dort wurde er in Japanische Tempelgärten gebracht und wird dort immer noch hoch verehrt.

Engelbert Kaempfer brachte den Samen 1712 nach Europa die erste Anpflanzung gelang 1750 in London. Die ältesten Exemplare stehen in Hardewijk NL seit 1735 und Kassel 1781 sowie in Weimar 1792 am Goethehaus. Goethes Begeisterung für den Ginkgog brachte er im folgendem Gedicht zum Ausdruck :

Dieses Baumes Blatt, der von Osten
Meinen Garten anvertraut,
Giebt geheimen Sinn zu kosten,
Wie`s den Wissenden erbaut,

Ist es ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen
Daß man sie als Eines kennt ?

Solche Fragen zu erwiedern,
Fand ich wohl den rechten Sinn,
Fühlst Du nicht an meinen Liedern,
Daß ich eins und doppelt bin

Heute gibt es Weltweit Ginkgobäume wegen ihrer Schönheit und Robustheit.
1945 überstand ein Tempelbaum sogar den Atombombenabwurf in Hiroshima.
Wegen seiner besonderen Blattform wird dieser Baum auch unter anderem Entenfußbaum genannt. Diese Blätter werden in der Medizin, besonders für durchblutungsfördernde Maßnahmen verwandt.

Im Gefolge dieser oben beschriebenen Baumgestalten geht es im Park bunt zu. Weiß leuchten Vogelkirschen und Felsenbirnen, rot die Zimthimbeere und rosa die Zieräpfel. Besonders harmonisch am Kavaliershäuschen gleich am Parkeingang anzusehen.