Die Pflanze des Monats September
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Der Faulbaum
(Rhamnus frangula Frangula alnus)
Der Name des 1- 3 m hohen Strauches fängt schon mit einem Irrtum an. Für Mittel-europäische Verhältnisse neigen wir eher dazu, den Faulbaum zu den Strauchgehölzen zu zählen.
Das Erscheinungsbild wirkt locker durch die schlanken Zweige, die fast waagerecht stehen. Die braungraue Rinde, die einen fauligen Geruch verströmt, war bei unseren Vorfahren der Grund zur Namensgebung.
Ein weitere Name: Pulverholz - bezieht sich darauf, dass in früheren Zeiten Holzkohle aus dem Holz gewonnen wurde und diese dem Schwarzpulver beigemischt wurde.
Außerdem kann man aus der Rinde ein Abführmittel gewinnen.
Frangula Alnus wirkt im Vergleich zu anderen Gehölzen unscheinbar. Umso erstaunlicher und seltener ist seine Blüh- und Fruchtfolge. Die kleinen Blüten sind grünlich / weiß und sitzen in 2-6 blütigen Trugdolden.
Die Blütezeit ist einmalig lang und zwar von April bis in den September hinein. Weil der Nektar quasi immer zur Verfügung steht, wird der Strauch geradezu von Insekten, und da besonders von Honigbienen, umlagert. Deshalb pflanzen Imker häufig um ihr Anwesen diese Sträucher als Nektarquellen.
Wegen der langen Blütezeit gibt es eine lange und unterschiedliche Fruchtreife der kugeligen Steinfrucht.
So kann man gleichzeitig stets die leicht giftigen grünen, roten und schwarzen Früchte an einem Strauch entdecken. Hieraus können 11 Säugetiere und 36 Vogelarten ihren Nutzen ziehen.
Faulbäume mögen den Waldrand, da sie sehr lichtbedürftig sind. Sie wachsen auch prächtig in Hecken und als Solitärgehölz, besonders wenn der Boden lehmig und feucht ist.
Für zwei prächtige Frühlingsboten ist der Faulbaum zum Überleben notwendig: Der Zitronenfalter und der Faulbaumbläuling legen ihre Eier ausschließlich auf dieser Pflanze ab.
Wer also vor seiner Haustür ein besonderes Naturerlebnis haben will, sollte nicht zögern, diese preiswerte Pflanze zu setzen.


